10 Dezember 2008

RoTo dit: DANKE, die 2.

Zunächst einmal: Es gibt wieder Strom. Als ich heute Duschen gegangen bin war mein Shampoo zwar noch gefroren, aber das Wasser warm. Endlich.
Aber nun zum Wichtigeren: Ihr habt 2000mal auf unsere Seite geklickt. Dadrüber sind wir sehr froh. Als wir elchig gegründet haben, war das eigentlich nur für uns selbst und für die Familie. Dass uns jetzt Leute schreiben, die wir vorher nicht mal kannten und dass alle Freunde und Verwandten so an unserem Abenteuer teilhaben, freut uns sehr. Jetzt könnt ihr euch aber auch freuen. Bei der TAUSEND hatten wir versprochen, im Elchkostüm auf dem Mont-Royal zu tanzen, wenn die 2000 geknackt werden. Am 21. kommt Roman hier an, da unser Rückflug ja am 22. ist. Genug Zeit für eine letzte Besteigung des Berges....

Thomas dit: Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus, ...

Hallo Deutschland,
das wird vlt. mein traurigster Eintrag und das zum Ende der Reise. In Montréal schneit es seit heute morgen, Das wär ja noch alles in Ordnung. Auch, die Tatsache, dass es mittlerweile sehr hoch ist wäre noch in Ordnung. Auch die minus 20° C gingen noch. Man hat ja ne Wohnung und außerdem hat man sich Montréal ja ausgesucht.
Wenn jetzt aber der Strom in der Wohnung ausfällt wird es kritisch. Der Satz: "In meinem Zimmer ist es kühl" ist wohl die Untertreibung des Jahrhunderts. Es ist schweinekalt und meine Mitbewohnerinnen sind eben für heute Nacht ausgezogen. Ich sitze in der Uni und werde gleich mit der Taschenlampe bewaffnet nach Hause gehen. Auch die Dusche fällt eher aus, da das Wasser recht frisch ist.
Bis dann
Thomas

04 Dezember 2008

Roman dit: Schneemann, Sauna und Skandale

Hallo Deutschland,

wir schalten direkt mal weiter ins 250km entfernte Québec City zu unserem Außenreporter Roman Goldner, der ebenfalls schon auf die Zielgerade eingebogen ist. Roman, intensive Tage liegen hinter Ihnen, können sie uns denn zum jetzigen Zeitpunkt schon ein genaues Bild von der Lage vor Ort verschaffen?... Ja, das kann ich gerne ;-)

Es würde den Rahmen sprengen alles zu erzählen. Ich lasse hierfür vielmehr gerne mal die Bilder sprechen, die ich online gestellt habe; das Album heißt "Novemberimpressionen" und ist unter dem gewohnten Link "Fotoalbum - Roman" ab jetzt auf der rechten Seite verfügbar.

So war ich auf der Eislaufbahn und bei einem Tanzfestival der Universität (aber als Zuschauer), habe an einem Fußballturnier der Universität teilgenommen, ein Basketballspiel der "Rouge et Or" gesehen und einen Abend in einer Spa- und Wellnesslandschaft zugebracht.

Auf zwei Dinge möchte ich mal näher eingehen:
Zum einen war der Abend im Siberian Spa großartig. Unter freiem Himmel durften wir in Whirlpools und Relaxation Areas mal richtig ausspannen und nach dem Saunagang uns im Schnee abkühlen, was ihr - ich will nicht zu viel versprechen - auch noch im Fotoalbum sehen werdet. Ich kann mir im Nachhinein kaum etwas Entspannteres als diesen Abend vorstellen und bin froh, dass ich an der Fahrt teilgenommen habe.

Zum anderen gibt es auch vom Wohnheims-Fußballturnier noch eine Story zu erzählen...

Ein Riesenskandal!

Unser überwiegend deutsches Team musste im zweiten Vorrundenspiel gegen Tunesien ran. Die Ausgangslage war simpel: ein Unentschieden reichte fürs Viertelfinale, bei einer Niederlage wären wir draußen und die Nordafrikaner eine Runde weitergewesen.

Schnell gerieten wir mit 0:1 in Rückstand. Dann begannen unsere Gegner mit dem Theaterspiel, ließen sich nach an sich fairen Zweikämpfen fallen und spielten den sterbenden Schwan, während die anderen acht Spieler den Schiedsrichter bedrängten und eine Verwarnung forderten. Zeit geschunden wurde auch. In der letzten Minute dann ein schwacher Abstoß vom Torwart, den Alex nur noch ins leere Tor schieben musste. Ausgleich! Viertelfinale!

Aber nichts da: gefühlte 20 Tunesier gingen auf den Schiedsrichter los (wo kamen die auf einmal alle her?) und diskutierten wild unter Einsatz all ihren Temperaments. Wir hielten uns vornehm zurück und fingen nach 10 Minuten mal langsam wieder an, uns mit Warmhalten und Torschüssen zu beschäftigen. Ich denke, dass das Schauspiel geschätzte 20,25 Minuten ging, bis der von allen Seiten bedrängte Schiri seine Entscheidung unter Vorschiebung einer lächerlichen Der-Ball-muss-6-Meter-aus-dem-Torraum-raus-Regel revidierte und als Kompromiss noch 7 Minuten weiterspielen ließ. Ich meine wir sind ja nicht auf dem Bazar!!
Nun platzten bei uns so langsam die Sicherungen, so dass wir uns lautstark beim Schiri beschwerten, doch der faselte nur etwas von einem ominösen Oberschiedsrichter, der ihm die Anweisung gegeben habe.
Dass wir in den sieben Minuten kein Tor mehr schießen konnten, dass die Tunesier vor uns provokativ nach dem Abpfiff den Kreisel machten, als hätten sie gerade den Afrika-Cup gewonnen und dass wir auch in der Hoffnungsrunde demotiviert mit 1:4 gegen den späteren Turniersieger verloren, sei nur am Rande erwähnt.
Ich möchte nur noch einmal erwähnen: Es war ein Wohnheims-Fußballturnier, und es ging um die goldene Ananas, es ging um nichts und wieder nichts!
Immerhin erwiesen wir uns als faire Verlierer.



Zum Glück wurde ich in der Uni von derartigen Skandalen verschont:
Eine ziemlich heftige Woche liegt hinter mir, da sich alle Abgabetermine und zu allem Überfluss noch eine Klausur so um den 1. Dezember herum akkumulierten. Darum musste ich die ein oder andere Nachtschicht einlegen, und vor allem bezüglich der Gruppenarbeiten bin ich froh, dass sie nun vorbei sind.
Gestern, zum Beispiel, habe ich mir einen Wecker gestellt und den ganzen Morgen gearbeitet, in dem Wissen, dass mein Beitrag zur Marketing-Gruppenarbeit um 14 Uhr fertig sein muss, sonst wäre die Abgabe nicht mehr zeitig möglich gewesen. Um 13:20 Uhr hatte ich zum Glück die Datei auf meinem Stick... und erst einmal Hunger.

Für die eben erwähnte Klausur habe ich auf Grund der vielen Abgaben und unzähligen Computerstunden nur anderthalb Tage lernen können. Sie wurde am PC geschrieben, und man musste Multiple Choice - Fragen zu einem Fachbuch beantworten, das ich nie gelesen hatte... zudem durfte ich kein Wörterbuch zur Hilfe nehmen, was das Ganze nicht unbedingt leichter machte. Dass am Ende 88 von 120 Punkten auf meinem Bildschirm erschienen, ist mir auch ein Rätsel, aber unter den gegebenen Umständen bin ich damit sehr zufrieden.

Jetzt habe ich erst einmal Pause bis zum 10. Dezember, dann kommt die nächste Klausur, und dank der perfekten Zeitplanung der Uni sind am 17. und 19. Dezember meine letzten Klausuren angesetzt, genau dann, wenn die ersten Abschlussfeiern stattfinden und die ersten von uns schon auf dem Heimweg sind. Naja, man kann es sich nicht aussuchen, es geht jetzt alles aber, wie Thomas schon gesagt hat, unwahrscheinlich schnell.

Wer es bis jetzt ausgehalten hat, dem erzähle ich auch noch kurz die unglaubliche neue Geschichte, die sich eben im Aufzug zugetragen hat.
Der "Duschpinkler" stieg zufällig neben mir ein und fing direkt an sich zu rechtfertigen, obwohl ich noch nie ein längeres Wort mit ihm gewechselt und ihn auch nicht angesprochen hatte. Er sei Moslem und seine Religion gebiete es ihm, sich täglich mehrmals zu waschen, nein, er pinkle nicht in die Dusche, nur damit wir das jetzt mal wissen.
Leider mal wieder ein Beispiel dafür, wie der Mangel an Kommunikation zu Missverständnissen und Vorurteilen führen kann. Ich nehme alles zurück... und gehe ab jetzt auch wieder in die linke Duschkabine, wenn die rechte besetzt ist.

Auf ein baldiges Wiedersehen in Deutschland und Grüße in alle Welt,

Roman

PS: Für alle diejenigen, die bei dem langen Text sofort runterscrollen: Wer nur Fotos gucken will, das neue Album "Novemberimpressionen" ist ab jetzt auf der rechten Seite unter "Fotoalbum - Roman" freigeschaltet.

03 Dezember 2008

Thomas dit: Zielgerade

Hallo Allemagne,
nach langer Funkstille meinerseits möchte ich mich nun mal wieder zu Wort melden.
Nach Boston ist hier eher der Alltag eingekehrt, sofern man in einer Stadt wie Montréal und zudem als Austauschstudent von Alltag sprechen kann. Wie sieht dieser hier aus? Unikurse, Lernen für Finals, Trading in unserem Börsenspiel (hab bisher eine Million verloren [man hat's ja]) und alle 2,3 Tage joggen gehen (momentan sehr glatt auf dem Mont-Royal), Einkaufen, Kochen, mit Deutschland telefonieren...
Für euch also alles weniger spannend.
Dennoch gab es ein paar Highlights.
Beginnen möchte ich mit der Gala. Très chic haben sich alle Austauschstudenten zu einem letzten Hallo in der Uni getroffen. Sektempfang, gutes Essen und feuchtfröhliche Party im Anschluss ließen das Semester schön ausklingen. Wir schauten Videos und Photos von der gemeinsamen Zeit, lauschten einigen Reden und gedachten der Tage in Montréal. Jedem war klar, dass es etwas besonderes war und dass man so etwas nur einmal erlebt. Da es aber noch nicht ganz vorbei ist, kullerten noch keine Tränen.

Genau vor einer Woche bekam ich dann Besuch aus Ashville von Bastian, einem sehr guten Freund aus Mannheim und Oberweseler Urgestein. In seinen Thanksgiving-Ferien wollte er das schöne Montréal besuchen. Natürlich darf mein treuer, langjähriger Chauffeur der Strecke Oberwesel - Mannheim bei mir einkehren. Am Mittwoch hole ich ihm am Flughafen ab. Leider hat sein Flug 1 Stunde Verspätung und dann muss Bastian noch eine lange Busfahrt und einen Metrokartenbesorgungsmarathon über sich ergehen lassen, weil es die 3-Tages-Karten in Montréal unsinnigerweise nur an einer Station gibt. Als wir endlich da sind hat Bastian sich dann eine Poutine verdient. Hierbei handelt es sich um eine kanadische "Spezialität", die wir in Deutschland der Einfachheit halber Pommes mit Jägersoße nennen. Außerdem hab ich zu Wucherpreisen 2 Flaschen Beck's erstanden und so fühlen wir zwei uns fast wie in Mannheim.
Am nächsten morgen gibt es ein Riesenfrühstück in L'Avenue und frisch gestärkt besteigen wir beide den Mont-Royal und stapfen durch den jungfräulichen Schnee. Jetzt habe ich Montréal in grün, orange und weiß gesehen - egal wie: einfach wunderschön.
Nach kurzer Stadtführung muss ich dann los zum Psychologiekurs und lasse Bastian allein. Wir verabreden uns zum Burgeressen im Hard Rock Café pour le soir und so ist auch dieser Tag bald vorbei.
Am Freitagmorgen schauen wir uns St. Joseph an, eine riesige Kirche in der Nähe meiner Wohnung. Das Lustige: Weil diese auf einem Berg liegt gibt es vier Rolltreppen, die einen nach oben tragen. Das der Weg ins Himmelsreich schon so technisisert ist...
Ich hab wieder einen Kurs und sehe Bastian erst gegen Abend wieder. Nach einem kurzen Abstecher nach Chinatown genießen wir noch den Abend im alten Hafen, der zur Weihnachtszeit sehr ruhig und wunderbar beleuchtet ist.
Um acht Uhr haben wir einige Leute zum Essen in der Usine de Spaghetti eingeladen. Sage und schreibe 8 Studenten der Uni Mannheim sitzen gemeinsam an einem Tisch in Montréal. Dieses Montréaler Mannheimer Meeting (MMM für alle Insider) macht sehr viel Freude und schmeckt dank des guten Hausweines und der Nudeln auch noch sehr gut.
Man verabschiedet sich. Aber ein Wiedersehen ist ja nicht mehr so lang hin.
Am nächsten Morgen heißt es leider wieder Abschied nehmen, da sowohl Bastian, als auch ich jetzt bisschen was schaffen müssen.
Der Countdown läuft (sehet rechts),
bis bald
Thomas

PS: für die Fotos ist diesmal hauptsächlich Bastian zuständig. Danke

21 November 2008

Roman dit: Gefühlte -18°C

Hallo Deutschland,

heute in einem Monat werde ich einigen lieben Leuten leider schon Lebewohl sagen müssen; das Ende rückt nun so langsam in Sichtweite, und die Zeit scheit nur so an einem vorbeizufliegen. Zeit für ein kurzes Lebenszeichen aus Québec: Was ist passiert?

Während Thomas in Boston wohl etwas mehr als eine Tea Party veranstaltet hat, bin ich am letzten Freitag mit der Gruppe der Austauschstudenten in eine "Cabane à sucre" gefahren, eine Ahornsirupfabrik. Dort haben wir neben der obligatorischen Besichtigung inklusive kleiner Kostproben auch einen schönen Abend verbracht, den wir selbst musikalisch mitgestalten durften und bei dem wir am Ende auch noch zum Tanz aufgefordert wurden.
Auf der Bühne durfte ich unter anderem mit einer Schwedin "Imagine" von John Lennon im Duett singen - Gänsehautatmosphäre!
Fotos vom Abend gibt es wie immer in meinem Album auf der rechten Seite zu sehen.

Diese Woche gab es in der Uni mal wieder etwas mehr zu tun, was sich leider bis zum Ende auch nicht mehr signifikant ändern wird. Bis nächsten Freitag muss ich so eine 15-seitige Hausarbeit über die Integrationspolitik der Québécois verfassen, es war allein schon ein Riesenspaß bis jetzt den 100-seitigen Ministeriumsbericht durchzuackern, und danach beginnt auch schon die Klausurphase, aber wir sind hier ja auch nicht bei "Wünsch dir was"!

Auf unserem Gang hat sich neben dem Duschpinkler, den ich vor kurzem auch einmal auf frischer Tat ertappt habe, ein weiterer Mitbewohner als Freak entpuppt.
Leider war ich gerade im anderen Pavillon Mexikanisch kochen, als er wohl die Sicherheitskräfte der Uni bestellt hat, um sich über die "deutsche Verschwörung" auf dem Gang zu beschweren. Die anderen meinten er hätte lange mit der Sécurité diskutiert und wohl minutiös mitgehalten, wann es mal zu laut auf dem Gang gewesen wäre und sich dabei so échauffiert, dass er in Rage nur noch die Namen "Alex" und "Patrick" und "Allemands" gebrüllt hätte. Ebenfalls noch gar nicht erzählt habe ich euch von meinem Nachbarn, der immer komisch in sich hineinlacht statt zu grüßen, wenn man ihn auf dem Gang trifft... es ist schon ein lustiger Flur, den wir hier bewohnen.



Erste Winterimpressionen habe ich auch ins Fotoalbum auf der rechten Seite gestellt. Es wird so langsam empfindlich kalt, und auch wenn der Schnee von Montag schon wieder geschmolzen ist, so ist es jetzt nur noch eine Frage von Tagen, eher sogar von Stunden, bis es wieder schneit und der Schnee diesmal auch liegen bleibt.

Gestern abend war es -8°C kalt auf dem Thermometer und der kalte Wind, der einem durch Mark und Bein ging, ließ die gefühlte Temperatur noch einmal um einige Grad sinken. Ein Kanadier sprach von gefühlten -18°C.
Ich habe die ersten Frostbeulen an meinen Händen bekommen, und meine Augen haben getränt, schutzlos dem kalten Wind ausgeliefert, der mit unbändiger Hartnäckigkeit mein Gesicht umweht hat... auf gut deutsch: es wird so langsam schweinekalt!
Aber das ist ja gerade das, was Kanada ausmacht, und jetzt steigt erst einmal die Vorfreude auf den ersten richtigen Schnee!

Liebe Grüße aus Kanada,

Roman

18 November 2008

Thomas dit: Wochenende in Boston

Hallo Deutschland,
am Wochenende stand der wohl letzte große Ausflug an. Donnerstags abends ging es los. Der Tag davor war ganz schön stressig. Ein perfektes Beispiel für die Arbeitsmoral einiger HECler. Ich hatte um 15.30 Montréaler Ortszeit eine Hausarbeit abzugeben, die ich mit einem Quebecer zusammen bearbeiten musste: 5 Seiten für jeden zum Thema: Motivation. Mittwoch nachmittag schicke ich, als Deutscher natürlich überpünktlich, ihm meine Sachen zur Korrektur. Donnerstag um 12 Uhr denke ich: "Rufst du ihn mal an. So langsam sollte er ja mal bei kommen mit seinen Sachen." Er erklärt mir stolz:"Je suis fini avec la premiere page" Die erste Seite sei fertig. Den Rest würde er wohl nicht mehr schaffen, schon garnicht das zusammensetzen der einzelnen Teile. Schließlich lief es darauf hinaus, dass ich 8 und er 2 Seiten geschrieben hat. Ob er es denn wenigstens ausdrucken könne, wollte ich wissen. "BIEN SUR". 2 Stunden später im Psychokurs bleibt der Platz neben mir frei. Mit einer Stunde Verspätung kommt er herein. Sein Drucker hätte keine Patrone mehr: Einatmen, ausatmen, immer schön ruhig bleiben. Das Problem hat sich dann so gelöst, dass ich bis 23 Uhr noch zu tun hatte um das Dokument neu zu designen und seine Rechtschreibfehler zu korrigieren. Ja, den Kurzurlaub hatte man sich danach verdient.
Um Mitternacht ging es dann also los. An der grenze verlief alles problemlos, meine Fingerabdrücke hatten sie ja schon. Am nächsten morgen kommen wir in Boston an und laden unsere Koffer im Hotel (außen pfui, innen hui [besser als anders rum])ab und machen uns direkt auf den weg in die Stadt. Heute wandeln wir in einer kleinen Truppe auf dem Freedom Trail auf den Spuren der Amerikanischen Unabhängigkeit. es handelt sich um eine rote Linie, die durch ganz Boston schlängelt und dabei Orte der Geschichte ansteuert.



Noch schnell ein Bad im Whirlpool des Hotels und dann Basketball am Abend: Boston Celtics gegen Denver Nuggets! Ich lass hier einfach mal die Videos sprechen, weil man die Atmosphäre in dem Stadion nicht beschreiben kann.



Das einzige, was ein wenig nervt ist die Tatsache, dass die Amerikaner da, trotz der hohen Kartenpreise von 80$, nicht hingehen um ein Spiel zu sehen, sondern um sich Bier (9$ das Glas) und Essen (viel Essen) zu kaufen. Daher muss man alle drei Minuten für jemanden aufstehen, der ohne ein Wort der Entschuldigung zu sagen durch die Reihe wälzt. Dennoch war das Spiel ein tolles Erlebnis und sehr beeindruckend. Zurück im Hotel laden mich meine bis dahin unbekannten und sehr netten Zimmergenossen auf ein Gespräch ein. Mit zunehmendem Alkoholkonsum finden sie mein Französisch immer besser, was mir sehr schmeichelt.
Am nächsten Morgen, erst mal das Frühstück. Pancakes, selbst zusammengestellte Omlettes, Donuts, Ahornsirup, frisches Obst,...uns geht es gut. Danach begeben wir uns alle im Bus auf eine sehr informative Stadttour, besuchen die jungs aus Harvard und vom MIT (die auch nur mit Wasser kochen) und sehen eine schöne Stadt Boston, die mehr nach Europa kommt als das amerikanische New York.



Wir besuchen die Ducklings, Statuen einer Entenfamilie, für die Jahre lang täglich eine Hauptstraße in Boston gesperrt wurde, weil Mama Ente von einem Park in den anderen wechselte.



Der Nachmittag ist Shopping, den Outletcentern und der Innenstadt gewidmet, bis es dann zum ebenfalls leckeren Abendessen wieder ins Hotel geht. Sonntag bleibt noch etwas Zeit um das Reichenviertel Bostons zu durchforsten und das Wochenende schön ausklingen zu lassen. Hier hat zum Beispiel mal John Kerry gewohnt und das nicht ohne Grund. Es ist einfach sehr schön.

Auf der Heimfahrt schauen wir "Auberge Espagnole 1 + 2". Schon verrückt. Das ist ein bisschen das, was wir hier so erleben (und tatsächlich wechseln einige der Austauschstudenten ihre Freunde/innen so oft wie Xavier im Film).
Als ich schließlich mit Koffer wieder in Montréal an meiner Wohnung ankomme, ist keiner da (ich hab keine Schlüssel, weil ich einem Freund übers WE mein Zimmer überlassen habe). Das Handy der Mädels ist aus. Nach 2 Stunden Schlaf vor meiner eigenen Wohnungstür kommen die Mädels. Ich falle ins Bett und ein wirklich tolles Wochenende ist vorbei.

bis in einem Monat,
Thomas

PS: Fotos wie immer im Album

08 November 2008

Roman dit: Höhen und Tiefen

Hallo Deutschland,

ich will gar nicht lange um den heißen Brei herumreden: Ich habe am Freitag zum ersten Mal in meinem Leben Eishockey gespielt! Es war ein Riesenspaß!

Unsere Buddys hatten für uns Austauschstudenten knapp zwei Stunden lang das Eisstadion gemietet, so dass wir uns ordentlich austoben konnten.
Zwei Teams à 12 Mann, dazu ständiges Wechseln, was auch wichtig war, da das Spiel schon sehr schlaucht, erst recht, wenn man die schwere Ausrüstung die ganze Zeit mit sich übers Eis schleppen muss. Das Ankleiden allein hat mit Sicherheit eine halbe Stunde gedauert, und unter Schonern und Helm schwitzt man wie ein Irrer. Mein T-Shirt ist glaube ich heute noch so nass, dass man es auswringen könnte, aber das war es allemal wert. Wie es nach dem Spiel in der Umkleide gerochen hat könnt ihr euch mit Sicherheit vorstellen.

Noch besser, dass unser grünes Team sich mit 7:3 gegen die schwarzen Hemden durchsetzen konnte; Alex traf allein 2 Mal. Ich blieb torlos, wurde dagegen in einen heftigen Zweikampf kurz vor der Bande verwickelt, der am Ende für uns beide in einem spektakulären Sturz auf dem Eis endete und von den weiblichen Zuschauern auf den Rängen mit einem heftigen Johlen quittiert wurde.
Alles in allem eine unvergessliche Erfahrung!



In der Universität läuft es wieder gut an:
In Management mussten wir am Mittwoch eine Präsentation über die Grameen Bank und Mikrokredite in Bangladesh halten, für die uns das Professorenteam sehr gelobt hat. Auch die ersten Ergebnisse sind da: In Marketing habe ich als einziger Ausländer unter mehr als 30 Kanadiern die zweitbeste Klausur geschrieben, trotz Sprachbarriere, was mich auch ein wenig verwundert hat. In Soziologie habe ich meinen Aufsatz zurückbekommen und von 20 Punkten 20 bekommen, was einem A+ gleichkommt, unten drunter stand nur kurz und knapp: "Votre français est exemplaire!"

Obwohl ich natürlich froh bin, solch überraschend gute erste Ergebnisse erreicht zu haben, weiß ich das einzuordnen, schließlich zählt das Meiste gerade einmal ein Drittel von der Gesamtnote, und die richtig großen Hämmer kommen erst zwischen Ende November und Mitte Dezember auf mich zu, wenn ich innerhalb kürzester Zeit fünf/sechs Abgaben und zum krönenden Abschluss noch vier Klausuren zu schreiben habe... Olli Kahn würde sagen: "Immer weitermachen"

Dennoch gibt es im Leben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen.
In meinem vierten Fach "Gestion des équipes de travail" hat meine Gruppe ziemlich lieblos eine Arbeit eingereicht, ohne Seitenzahlen und Struktur, so dass wir dort ein wenig ernüchtert von der doch etwas schlechteren Note sind. Zudem wird es im Moment in Québec ein wenig ungemütlich: Der Wind peitscht durch die Straßen, der uselige Novemberregen klatscht an die Scheiben, und der Hals kratzt ein wenig. Unter anderem habe ich morgen auch noch ein Ganztagsseminar, auf das ich keine Lust habe... es ist nicht alles rosarot im Leben.

Ich fühle mich trotzdem weiterhin sehr wohl und sende Grüße nach Deutschland und in die ganze Welt,

Roman

PS: Bilder vom Eishockeyspielen findet ihr im Ordner "Fotoalbum - Roman", viel Freude damit!

Unser Weg


Montréal - Kingston - Toronto - Niagara Falls - Algonquin Nationalpark - Ottawa - Montréal

Elchsichtungen