26 August 2008

Welcome Week

Hallo Deutschland,

leider habe ich im Zimmer immer noch kein Internet, das kann auch noch bis zu einer Woche dauern, bis ich ueber meinen Laptop online gehen kann, aber an dieser Stelle ein kurzer Gruss aus dem Computerraum der Université Laval.

Ich habe am Sonntag vor allem eingekauft wie ein Wilder und nun neben Geschirr und all dem, was man sonst noch fuer ein halbes Jahr braucht - und ich sage euch, das ist ne ganze Menge - auch alle Schlafutensilien zusammen.
Ich schlafe oh là là das naechste halbe Jahr Franzoesisch, also wie im Hotel mit Drapeau und Tagesdecke, ganz einfach, weil mich die gute Frau im Laden so gut beraten hat und weil europaeisches Bettzeug deutlich teurer war.

Der Montag dann war ein wahnsinniger Tag, von morgens bis abends Action! Am Morgen Meet and Greet mit unseren Buddys, wobei wir Deutschen hauptsaechlich von zwei Marie-Piers betreut werden, die total nett sind und uns bei allem buerokratischen Kram sehr geholfen haben. Eine der beiden kommt auch gerade aus einem Europaurlaub zurueck und konnte mit so einigen deutschen Schimpfwoertern ueberzeugen. Dann Willkommensgruss beim Dekan, wobei das genuschelte Québécois echt sehr schwer zu verstehen ist, mit Franzoesisch hat das wenig zu tun!

Das Einschreiben war sehr buerokratisch und zudem etwas stressig, da die Tante am Infoschalter sich bei meinen Vorgaengern partout weigerte auf Englisch zu reden und fast ein wenig ausrastete, so dass mein Buddy mir nur erschrocken zufluesterte: "Egal, was passiert, red bloss Franzoesisch!"

Am Abend dann ging es erst zum Fussball, ein unglaubliches Erlebnis. Mehr aus Spass hatten Alex, ein anderer Deutscher aus Muenchen und ich uns fuer die Soccer Trials angemeldet, also fuer das Testtraining fuer die Fussballmannschaft der Universitaet, die nach Neuzugaengen suchte.
In einem riesigen Football-Stadion mit Kunstrasen war es erst wie im Film, da zeitgleich die Maedels getestet wurden und Treppen rauf und runter rannten und Ballstafetten uebten.

Nach kurzem Warmmachen kam der maghrebinische Trainer, der auch gut zu einem Pariser Vorstadtclub gepasst haette, mit einem Sack Baellen und sagte uns, dass wir nun ein kleines Spielchen machen sollten, das er sich von der Tribuene aus anschaue. Erst dann werde entschieden, wer im Team sei.

Auf Rechtsverteidiger musste ich gegen einen kleinen Ailton spielen, der sehr wuselig war. 45 Minuten ging es dann auf dem grossen Feld rauf und runter, meine besten Aktionen waren eher die, in denen ich gefaehrliche Baelle auf die Tribuene schlagen konnte. Dann liess ich mich auswechseln, weil sich Alex verletzt hatte - Verdacht auf Baenderriss!

Nach dem Besuch beim Physio schleppten wir Alex ins Pub, wo alle auslaendischen Studenten mit ihren Buddys speisten. Nach dem Abendessen und einem guten Bier fuhr ein kanadisches Maedel Alex zum Krankenhaus, zum Glueck ist es wohl nur ne Dehnung... und entgegen aller Verletzungsanfaelligkeit hat es diesmal zum Glueck nicht mich getroffen.

Gerade eben habe ich fuer die deutschen Jungs Schweinesteak mit Zucchini und Champignons gekocht, die Gemeinschaftskueche ist auch echt nett... ja, und jetzt sage ich mal leise Servus, weil ich in fuenf Minuten meine Kurse fuer das naechste Semester waehlen werde.

Liebe Gruesse vom Campus,
Roman

25 August 2008

500

Wir haben die ersten 500 Besucher geknackt(JUHU)!!! Dafür nochmals danke an euch. Und das wird gefeiert. Wie? Ich gehe hier heute mal mit meiner abendbekleideten Freundin ganz schick in Montréal aus. Musste mir sogar noch eine Anzughose und Schuhe besorgen, die ich aber sowieso für den Ball am Ende des Semesters brauche. Also bisher einzige vergessene Sache: Chic-Outfit!!! Ist wohl voll der Edelclub, was mir als Junge vom Asterstein natürlich echt super gefällt (*hüstel*). Kleines Preisbeispiel: Mojito: 20 €!!!
Ich glaub ich trink nur Leitungswasser den ganzen Abend.

Naja, zurück zum Jubiläum!
Was habt ihr davon, ihr 500 Besucher? Nix. Weil ihr erstens nicht hier seid und zweitens würde ich euch bei den Preisen auch keinen ausgeben. Aber zur Feier des Tages spendieren wir noch ein paar Bilder im Ordner "HDR" und mein Lieblingsbild im Großformat hier im Blog.




Liebe Grüße in das (schon ein bisschen vermisste) Deutschland
To

PS: Wir schaffen doch wohl die 1000 bis Dezember. Danke im Voraus!!!

24 August 2008

Gut in Québec angekommen

Hallo zusammen,

die Reise ist vorbei, aber die Zeit in Kanada noch lange nicht, leider musste ich mich gestern von meinen treuen Begleitern Thomas und Anna trennen, nachdem wir zusammen so manches Unwetter überlebt und so manchen Nationalpark erlaufen hatten.

Mein letzter Tag in Montréal war sehr entspannt. Während Thomas und Anna in der Einführungsveranstaltung Hot Dogs aßen und an Kennenlernspielen teilnahmen, packte ich meine Sachen zusammen und verbrachte den Mittag am alten Hafen in Vieux Montréal, wo ich mich dann anschließend auch mit Alex traf, mit dem ich die nächsten vier Monate in Québec Tür an Tür wohnen werde, wie sich am nächsten Tag herausstellen sollte.

Abends dann überredeten mich die Österreicher in Thomas' WG bei einem guten Wein noch mit auf die HEC-Einführungsparty zu kommen, so dass ich nach einem verpassten Nachtbus und wenig mehr als vier Stunden Schlaf doch etwas müde am Bahnhof eintrudelte. Den Rest wisst ihr, nach 20 Dollar Übergepäckszuschlag hatte ich den Frühbucherrabatt wieder raus.

Perfekt den Zug samstags morgens zu nehmen, so konnten wir den kompletten Bundesligaspieltag live online verfolgen. In Québec angekommen fuhr uns ein netter Taxifahrer zum Unihauptgebäude, nicht ohne uns mit dem Satz: "Connaissez-vous des filles québecoises? Oh là là, elles sont beeeeeelles!" zu verabschieden.

Das Wohnheim ist ein riesiger zehnstöckiger Komplex mit dem Charme von 70er Jahre-Plattenbauten in Berlin-Neukölln, aber immerhin direkt am Unihauptgebäude gelegen, so dass wir die schweren Koffer nicht mehr weit tragen mussten.

Der erste Eindruck von meinem Zimmer, ein großer Schock, es ist klein und die Wände sind weiß und kahl und sehen aus wie Parkhaus, aber nach der ersten Nacht muss ich schon sagen, dass es nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. Zwar gibt es gerade mal zwei Gemeinschaftstoiletten und zwei Duschen auf dem Flur für 20 Mann, aber immerhin bekomme ich so mal ein wenig das Gefühl, wie es beim Bund aussehen mag, nur dass ich allein auf dem Zimmer bin... und so lange mich das Wohnheim nicht tötet, macht es mich nur noch härter.

Da wir am Wochenende angekommen sind, müssen wir uns in manchen Dingen noch bis Montag gedulden. Immatrikuliert sind wir noch nicht, Internet haben wir noch keins, so dass ich gerade in eine Shopping-Mall geflüchtet bin und auch noch nicht zu sagen vermag, wann das im Wohnheim mit dem Internet klappt... wenn ich also ein paar Tage lang kein Internet haben sollte, dann wisst ihr, woran es liegt.

Was ich noch besorgen muss, sind Töpfe, Pfannen, Oberbett, Bettbezug, Becher, Spüli, Waschmittel und, und, und... im Zimmer jedenfalls war nichts, so dass ich froh war noch meinen Schlafsack und mein Kopfkissen von der Reise mit zu haben, um in der Nacht schlafen zu können.

Was gibt es sonst noch zu berichten: Man kann um die halbe Welt reisen, auf dem Flur ist die erste Frage an dich zumeist doch immer: Na, auch aus Deutschland? Ziemlich nah bei Alex und mir wohnt ein Junge, der in Dortmund studiert, Freunde von mir kennt und zudem in der Freizeitgemeinschaft in Hilden seinen Zivildienst absolviert hat... genau wie ich, da ist mal wieder der Satz angebracht: die Welt ist klein! Ich denke mal, dass Franzosen und Deutsche im Wohnheim mit die größte Gruppe stellen.

Am Abend habe ich noch kurz meinen weiblichen Buddy kennen gelernt, die gefragt hat, ob alles okay sei. Zum Essen bin ich nicht gekommen, ein paar Brote und zwei Cheeseburger bei McDonalds waren gestern alles, dafür werde ich heute mal schauen, inwieweit ich irgendwo was zu essen finde.

A propos Essen, die Lebensmittelpreise sind hier der Wahnsinn, nur als Beispiel:

1 l Bier umgerechnet 3,20€, ne Packung Toast 1,40€, 1,5 l Orangensaft 2,60€, ne Gurke 1,40€

Ich überlege wohl bald mal, ob ich mir statt Wasser Benzin an der Tankstelle zum Trinken kaufe,
billiger wäre es auf jeden Fall (vergleicht man 1l Super mit 1l Evian).

Morgen werde ich hoffentlich mehr wissen, gleich schaue ich mal, was ich auf dem Campus noch so finde, dann wird die Unordnung im Zimmer bekämpft

liebe Grüße,
Roman

PS: Ganz liebe Grüße hier mal an Danny, Christian, Nicolas und mein Patenkind Helena, hab euch lieb und hoffe es geht euch gut!!

23 August 2008

Schon fast ein bisschen Alltag

Hallo zusammen,
wir haben Roman gerade mit Sack und Pack zum Bahnhof gebracht, wo wir Alex noch getroffen haben. Nach einigen Übergewichtsproblemen der beiden (nicht an sich selbst, sondern am Koffer) ging es dann für sie los Richtung Auslandssemester in Quebec City. Ein kanadischer Bahnhof funktioniert mehr wie ein deutscher Flughafen: Check-In, Kofferaufgabe, und Bordkartenkontrolle. Nur Reisende dürfen auf die Gleise und somit fiel Taschentuchwinken leider aus. Beide starteten jedoch frohen Mutes, da sie gestern realisiert hatten, dass ihre Reise perfekt mit der deutschen Bundesliga korrespondiert.

Was ist gestern noch so alles passiert?
Ich (Thomas) hatte meinen ersten Einführungstag mit Kennenlernspielen, Barbecue, Nationalhymnensingen, Führungen durch die 2 Unigebäude und abendlicher Party. Ich bin soweit sehr zufrieden und habe schon viele nette Leute aus aller Herren Länder kennengelernt.

Heute wird es wohl ähnlich bunt weitergehen; aber das erfahrt ihr dann im nächsten Post.

Roman und ich haben uns dazu entschieden auch während des Semesters weiterhin an dieser Stelle ab und an zu berichten, was wir in Kanada so erleben und freuen uns wenn ihr weiterhin ELCHIG zu euren Favoriten zählt.

Bis bald
nur noch AnTo *Träne*

PS: Neue Fotos im Ordner "Montréal bei Tag und Nacht"

21 August 2008

Montréal - Je me souviens

Hallo Deutschland,
wir sind sicher in Montréal gelandet und haben unser Quartier bezogen.
Gestern war Thomas noch am Abend zum ersten HEC-Kennenlern-Treffen. Auf der Dachterasse (19. Stock) eines Hotels gab es dann ein erstes Beschnuppern, ein Bier für 6 € und einen tollen Blick über die Stadt.

Heute steht das Auto wieder bei der Vermietung in der Garage. Es hat uns insgesamt 2307km sicher durch Kanada begleitet, und Automatik ist kinderleicht. Nach einem schnellen Frühstück haben wir es heute dort abgegeben und sind mit dem Bus wieder in die Stadt zurück, wo wir Roman einen neuen Koffer erstanden (sein alter war auf dem Flug kaputt gegangen).

Nach einer Stärkung beim Chinamann unter der Erde (Unterstadt von Montréal) sind wir (nun alte U-Bahn-Hasen) zurück in die WG. Hier sammeln wir nochmals unsere Kräfte, um uns heute abend mit einer Mannheimer Runde im Hard Rock Café treffen.

Bis bald mal wieder
RoToAn

20 August 2008

Heimkehr

Hallo zusammen,

der heutige Tag war zwar nicht besonders spektakulär, jedoch wollen wir es nicht verpassen euch davon zu berichten.
Nach einer durchzechten Olympia-Nacht im Motel sind wir um 9 aufgestanden, es gab drei Gratis-Runden Mufffins all inklusive und
wir brachen um 11 Richtung Ottawa-City auf, um dort eine kleine Sightseeing-Tour zu starten.



Diese beschränkte sich mangels Zeit allerdings nur auf "The Hill": die Parlamentsgebäude mit einer fantastischen Ausicht vom Peace Tower des Hauptgebäudes,
einer historisch behafteten Kanone und -zu Annas "Freude"- einer Katzen-Zufluchtsstelle.



Mittagessen bei Subway und weiter ging's Richtung Montréal.
Nun sind wir auf einem netten Campingplatz, ungefähr 50km vor den Toren von Thomas' zukünftiger Heimat auf Zeit.
Den Nachmittag verbrachten wir mit einem spannenden Minigolf-Match und einem letzten, aber dafür ausgesprochen teuren Einkauf von Grillzeug (wir rätseln noch, ob es an dem Supermarkt oder an Québec liegt...)
Es ist heute abend ziemlich kühl, wir kochen im Halbdunkel, warten auf die von der smarten Rezeptionsdame angekündigten Waschbären und genießen den letzten Abend unter freiem Himmel in vollen Zügen (Budweiser, Maiskolben, Merguez, Bohnen, Kartoffelpuffer). Thomas hat auch versucht seine Taschenlampe zu grillen, hat aber nicht funktioniert.
Haben in der Rue de Raton übernachtet. Jetzt wissen wir wieso!!! Raton heißt natürlich Waschbär. Heute Nacht wurden wir gleich von 2 Banditen attackiert. Zu unserem Glück hatten die Feinde auch untereinander Differenzen, sodass nur die Marshmallows und ein Schwamm dran glauben mussten.

Liebe Grüße
RoToAn

19 August 2008

Here comes the rain again

Wir befinden uns gerade in einem Motel nahe der Innenstadt von Ottawa und schicken euch Grüße aus der Hauptstadt Kanadas.

Der Grund, weshalb wir uns heute für ein Motel entschieden haben, sind wieder einmal heftige Thunderstorms, die das Land erzittern lassen, zum Glück aber an Ottawa mittlerweile vorbeigezogen zu sein scheinen. Dieses Mal allerdings haben wir Beweisfotos geschossen, um diese Naturgewalten veranschaulichen zu können, siehe Fotos.



Von Barrie's Bay aus ist heute Anna gefahren, ursprünglich mit dem Ziel im Golden Lake Kanu zu fahren und dann in der Nähe von Ottawa zu campen. Durch verlassene Gegenden legten wir die ersten Meter zurück und sahen die ersten grauen Wolken am Himmel aufziehen. Teilweise bot sich uns ein faszinierendes Bild, da wir auf der einen Seite der Straße eine schwarze bedrohliche Front und auf der anderen Seite der Straße blauen Himmel beobachten konnten. Der Wind meinte es jedoch heute nicht gut mit uns.

Das Kanufahren ließen wir vorsichtshalber lieber sein und fuhren weiter und weiter, bis wir nach einigen Kilometern schon die Ausläufer von Ottawa erreichten. Dort prasselte das Unwetter mit voller Gewalt auf uns nieder, so dass wir zunächst einmal anhielten und später in einem McDonalds Zuflucht suchten. Selbst die Ampeln spielten verrückt. Das Campen ließen wir somit heute auch mal lieber sein.

In Ottawa fuhren wir mutig bis mitten in die Innenstadt rein, um einen ersten verregneten Eindruck des architektonisch eindrucksvollen Parlamentsgebäudes zu bekommen.



Nicht nur das, wir kämpften uns zur Tourist Information durch und bekamen eine Liste mit Motels in der Nähe.

Aus der Stadt fuhren wir wieder in die Vorstädte und bekamen beim zweiten Versuch ein Motelzimmer, dieses aber mit Fernsehen, Frühstück und... Internet.

Hier sind wir nun im Trockenen und denken, dass die Bilder einen kleinen Eindruck von der Weltuntergangsstimmung geben, die heute am Himmel zu sehen war.

Liebe Grüße,
RoToAn

Unser Weg


Montréal - Kingston - Toronto - Niagara Falls - Algonquin Nationalpark - Ottawa - Montréal

Elchsichtungen